Firmenchronik

Zu Zeiten als sich in Bad Ems Zaren, Kaiser, Dichter und Denker die Hände reichten, existierte vis à vis dem Kurhaus bereits ein Unternehmen, dass mittlerweile im 146. Jahr seines Bestehens allen Bad Emsern als hervorragendes Fachgeschäft bekannt ist. Die Rede ist vom ältesten augenoptischen Betrieb der Stadt.
Besonders ältere Bad Emser verbindet mit diesem Geschäft langjährige Tradition, besonders aus der Zeit, als Uhren und Schmuck das Hauptaugenmerk dieses Unternehmens ausmachten. Irgendwann war hier jeder einmal Kunde und es gibt noch Bad Emser Ehepaare, deren Finger Trauringe aus diesem Hause schmücken.

Wir haben recherchiert und den Schleier der Vergangenheit gelüftet:

1861 Man schreibt den 10.Mai als der Uhrmachermeister Wilhelm Baumann im Kurgebiet ein Fachgeschäft für Uhren und Schmuck eröffnet. Das Unternehmen floriert. Heimische und internationale Gäste, insbesondere der europäische Hochadel, geben sich ein Stelldichein.

1870 der Beweis für die Bedeutung von Bad Ems in dieser Zeit ist das Jahr der "Emser Depesche".

1871 wird Wilhelm Baumann vom russischen Zar Alexander II. mit einem wertvollen Ring geehrt und für seine Großzügigkeit beim Ausleihen französischer Pendulen bedankt.

1895 stirbt der Gründer Wilhelm Baumann. Sein Sohn Carl Baumann führt das Geschäft weiter.

1910 tritt der Uhrmachermeister Ernst Kutz in das Unternehmen ein.

1914 mit Beginn des 1. Weltkrieges vermählt sich Ernst Kutz mit Auguste Baumann.
Die Firma erlebt ihren ersten Namenswechsel und firmiert fortan unter dem Namen Kutz. Beide führen das Geschäft in den kommenden Jahren zur Blüte. Ernst Kutz engagiert sich stark im Uhrmacherhandwerk und wird Obermeister in acht Kreisen des Regierungsbezirkes Wiesbaden. Die Firma benötigt Verstärkung.

1929 tritt Ernst Bonin aus dem Hannoverschen in die Firma ein und legt

1932 die Meisterprüfung im Uhrmacherhandwerk ab.

1933 heiratet Ernst Bonin die Tochter von Carl Baumann, Sophie Baumann.
Zum zweitenmal wird der Firmenname geändert. Sie heiß jetzt "Kutz und Bonin".
Ernst Kutz und Ernst Bonin führen die Firma erfolgreich durch alle Wirren des 2. Weltkrieges, der Währungsreform und Nachkriegszeit.

1957
Als in den Fünfzigern die Anforderungen an die augenoptische Abteilung anspruchsvoller werden, engagieren sie mit dem Nassauer Augenoptikermeister
Willi Kratz erstmalig einen Fachmann zu deren Führung.

1961 wird das Unternehmen 100 Jahre alt. Handwerkskammer und IHK zeichnen es mit Urkunden aus und die heimische Geschäfts- und Vereinswelt gratuliert. "Kutz und Bonin" lässt eine Gedenkmünze, die Wasserturm und Stadtwappen zeigt, in Gold und Silber prägen. Sie ziert in der Zukunft so manches Damendekolleté.

1964 tritt mit Ernst August Bonin, ein Neffe von Ernst Bonin, in die Firma ein. Er ist staatl. gepr. Augenoptikermeister.

1969 Als am 16.Oktober Ernst Bonin stirbt, geht die Geschäftsführung auf ihn über.

1975 stirbt auch Sophie Bonin. In den Folgejahren ändert sich das Geschäftsleben in der Stadt sehr stark. Die Entwicklungen erfordern Umdenken und Wandel. Das Geschäft mit Uhren und Schmuck ist rückläufig, das Engagement für die Augenoptik muss verstärkt werden.

1982 tritt mit Bernd Hewel ein erfahrener Augenoptikermeister als Teilhaber in das Unternehmen ein. Der dritte Namenswechsel steht an. Die Firma heißt jetzt "Bonin und Hewel". Der Handel mit Uhren und Schmuck und die WMF-Filiale in den Arkaden des Kurhotels werden aufgegeben. Der Ausbau der Augenoptik wird vorangetrieben. Tradition und Moderne harmonieren, die Firma entwickelt sich prächtig. Neben zwei Meistern arbeiten mehrere Gesellen im Unternehmen und man bildet Lehrlinge aus.

1985 wird in Neuhäusel eine Filiale eröffnet.

1986 feiert das Unternehmen das 125jährige Bestehen und erhält aus den Händen von Bürgermeister Bilo den Ehrenteller der Stadt Bad Ems.
1988 wird das Geschäftshaus renoviert. Alter Putz wird mit weißem Carara-Marmor verkleidet, der Firmenname aus vergoldeten Lettern ziert die Fassade und Designer- Kollektionen bestimmen die Auslagen. Das Unternehmen zählt zu den schönsten und bestgeführtesten Augenoptikerbetrieben der Region.

1991
Das Geschäftsleben im Kurviertel ist merklich ruhiger geworden. Viele Läden stehen leer. Durch die Eröffnung der Filiale "Brillentreff" mit preiswerten Angeboten im unteren Stadtteil, erhofft man sich zusätzliche Marktanteile.

1994 scheidet Ernst A. Bonin aus dem Unternehmen und geht in Ruhestand.

1996 tritt Mike Hewel nach erfolgreichem Studium an der Fachhochschule als
Augenoptikermeister und Optometrist in die Firma ein.

1998 Inzwischen haben sich die Kundenströmungen so stark gewandelt, dass das Kurviertel kaum noch frequentiert wird. Das Unternehmen folgt den Zeichen der Zeit und verlagert seinen Hauptsitz in die Römerstr. 65. Nach mehrwöchigem Umbau vereint man wieder Hauptgeschäft und Filiale. Man präsentiert sich sehr modern mit Brillen und Contactlinsenanpassung. Mike Hewel wird Mitgeschäftsführer. Die Firma heißt jetzt "Hewel´s Brillentreff". Von Baumann bis Hewel ist weit mehr als ein Jahrhundert vergangen. Es ist die vierte Namensänderung in der langen Chronik.

2002 Bernd Hewel übereignet die Firma seinem Sohn Mike und verabschiedet sich in den Ruhestand. Im Verantwortungsbewusstsein einer großen Tradition führt Mike Hewel seitdem dieses Unternehmen.

2011 Die Handwerkskammer Koblenz spricht Hewel`s Brillentreff anläßlich des 150 jährigem Betriebsjubiläum Dank und Anerkennung aus.

2015 Im Rahmen der Modernisierung, ändert sich der Firmenname von Hewel`s Brillentreff in Hewel-Optic. Eine Brillengrafik schmückt zudem den neuen Schriftzug.